Tag 250/188 – Meditation

Heute findet das zweitägige Team-Offsite des Designteams bei SAP statt, dem ich angehöre. Wir machen so etwas einmal im Jahr und besprechen dort zwei Tage lang außerhalb unseres Büros Designthemen, tauschen uns über Erfolge, Herausforderungen und Schwierigkeiten aus und verbringen meist auch einen Abend zusammen. Neben rein fachlichen Themen geht es auch oftmals um Soft-Skills – also soziale Fähigkeiten, Teambuilding und Konfliktlösung.

Das Offsite beginnt am Dienstagvormittag mit einem Achtsamkeits-Seminar. Achtsamkeit ist ein Begriff, dem aktuell immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Und das ist eigentlich auch schon das Thema, um das es geht: Sich selbst, seine Tasks und auch seine Gegenüber aufmerksam zu behandeln, sich nicht ablenken zu lassen und 100% bei dem zu sein, was man gerade tut oder mit wem man es gerade tut.

Um optimal verstehen zu können, hänge ich dem Seminarleiter mein Phonak Select Mikrofon um und verteile zusätzlich ein paar von meinen Phonak Table Mics im Raum, damit ich auch die Redebeiträge meiner Arbeitskollegen gut verstehen kann. Und das funktioniert hervorragend. Ich verstehe jedes Wort und kann dem Geschehen nahezu ohne Einschränkungen folgen.

Damit wir uns alle gut entspannen, wird nach der Einführung ein Bodyscan gemacht. Das ist eine Form der Meditation, bei der man auf einer Yogamatte liegt, die Anweisungen des Mediators befolgt und seinen Körper peu a peu entspannt.

Mit Hörgeräten konnte ich eine solche Art der Meditation oder Körperentspannung nicht mitmachen. Ich brauchte das Mundbild des Sprechers oder der Sprecherin, um das Gesagte zu verstehen und musste mich stark darauf konzentrieren, alles mitzubekommen. Ich konnte mich also weder hinlegen noch die Augen schließen. Dabei kann man sich nicht wirklich entspannen, denn sämtliche Konzentration wird für das Hören und Verstehen benötigt.

Die Cochlea-Implantate eröffnen mir auch hier eine neue Welt: Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich liegen, die Augen schließen und verstehen, ohne dass ich mich konzentrieren muss. Das ist eine wundervolle Erfahrung, die mich sehr beeindruckt – und entspannt.

Auch der weitere Verlauf des Offsites macht sehr viel Spaß. Meine Tischmikrofone und der Roger Select sind im Dauereinsatz, da wir insgesamt ca. 20 Personen sind und in einem sehr großen Raum mit U-förmiger Tischanordnung sitzen. Die Mikrofone funktionieren derart, dass alle Mikrofone miteinander gekoppelt sind. Die Tischmikrofone schalten sich automatisch stumm, sobald das Sprechermikrofon – der Roger Select – aktiv wird. Und schalten sich wieder ein, wenn die sprechende Person verstummt und die Zuhörer beginnen zu sprechen. Darüber hinaus kann ich die Mikrofonanlage auch mit einer Fernbedienung steuern: Lautstärke und Empfangsradius können je nach Bedarf geändert werden.

Beachten muss man, dass der oder die vortragende Person nach einem Vortrag das Mikrofon ausstellt und mir zurückgibt – und nicht etwa damit in die Kaffeeecke verschwindet, wo sie über die langweiligen Kursteilnehmer lästert, oder auf die Toilette. Denn die Reichweite der Mikrofone, die direkt in meine Soundprozessoren funken, beträgt ca. 15 Meter. Ich bekomme als auch dann vieles noch mit, wenn das Mikrofon samt Sprecher/In im Nebenraum oder im stillen Örtchen verschwindet. Was durchaus unangenehm sein kann – für beide Seiten…

Am Abend schauen wir dann noch gemeinsam einen sehr interessanten Dokumentarfilm über Mitarbeiterführung und ich verstehe auch hier recht gut, obwohl die Akustik über den Beamer im Präsentationsraum nicht so toll ist. Auch die anschließende Diskussion über den Film ist sehr spannend und macht viel Spaß.

Abends bin ich natürlich groggy, aber glücklich. Eine so aktive Teilnahme an einer so langen Veranstaltung wäre für mich früher undenkbar gewesen. Und jetzt macht es richtig Spaß.

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