Tag 324/262 – Hurricane, Samstag

Und auf geht es zum zweiten Hurricane-Tag. Auch heute ist das Wetter herrlich und Junior II und ich freue uns sehr auf einen erlebnisreichen Festivaltag. Das Programm ist heute eher auf meinen Nachwuchs ausgerichtet – er möchte sich gerne einige Deutsch-Rapper und -Rap-Bands ansehen. Ist eigentlich gar nicht mein Geschmack, aber schließlich geht es auch um ihn und solange ich mir diese Musik nicht ständig im Autoradio anhören muss, geht das auch in Ordnung.

Der Tag beginnt mit Fünf Sterne Deluxe (auf einen Link verzichte ich aus Rücksicht auf meine Leser). Wir nehmen noch einen Schulfreund meines Juniors mit und wagen uns diesmal direkt vor die Bühne, weil das Gedränge am Nachmittag noch nicht so groß ist. Die Bässe wummern aus vollem Rohr, aber selbst hier spielen meine Soundprozessoren gut mit und ich kann, abgesehen davon, dass ich die Musik stinklangweilig und die Typen ziemlich unsympathisch finde, den Sound genießen.

Dann geht es zu einer meiner Lieblingsbands – Flogging Molly: Irischer Gute-Laune-Rock vom Allerfeinsten (obwohl die Band aus L.A. stammt). Ich habe die Jungs schon mehrmals live gesehen und denke, dass es wohl kaum eine bessere Live-Band gibt, Schon beim ersten Song ist das Publikum völlig aus dem Häuschen und diese unglaubliche Stimmung lässt auch während der gesamten Stunde, in der diese unglaublichen Kalifornier alles geben, kein bißchen nach. Und auch hier ist der Sound fantastisch. Zwar habe ich erneut mit einigen Aussetzern wegen der Feuchtigkeit zu kämpfen – obwohl beide Soundprozessoren die ganze Nacht über ein ihren Trockenboxen lagen, aber das bekomme ich dann auch in den Griff und genieße jede Sekunde dieses Stimmung machenden Auftrittes.

Danach sind Junior II und ich erst einmal platt, aber auf einer anderen Bühne tritt eine weitere Hip-Hop-Band auf, die ich allerdings vor zwei Jahren schon einmal auf dem Hurricane gesehen habe und die mir sehr gut gefallen hat: Die 257er’s aus meiner alten Heimatstadt Essen. Eine tolle Show, Party-Texte mit viel Humor und ein rundum sympathischer Auftritt, mit viel Publikumsinteraktion: So muss live sein. Junior II und ich hüpfen, brüllen und feiern mit und haben enorm viel Spaß. Und auch hier: Top Sound, keine Verzerrungen, einfach nur genial.

Nach diesem Auftritt trennen sich unsere Wege: Junior II möchte unbedingt zu AnnenmayKantereit und ich habe andere Pläne. Wir treffen Junior I, der ebenfalls auf dem Festival ist, er nimmt seinen jüngeren Bruder ins Schlepptau und ich ruhe mich erst einmal etwas aus, laufe herum, genieße die Atmosphäre und schaue, was auf den anderen Bühnen so läuft. Und treffe eine weitere, neue Lieblingsband, die ich bis dahin noch gar nicht kannte: The Wombats, eine Indie-Rockband aus England. Ich bemerke mal wieder, wie viel Musik ich in den letzten Jahren verpasst habe, wie wenig neuere Band ich kenne und vor allem: Wie viel gute Musik es in den letzten Jahren gegeben hat, auch wenn das meiste, was ich wirklich mag, es nicht in die Charts geschafft hat. Auch dieses Konzert ist viel zu schnell vorbei – ich hätte hier noch stundenlang stehen und zuhören können und hoffe sehr, dass ich diese Band noch einmal woanders und länger anhören kann.

Anschließend treffe ich meine Juniors wieder, übernehme Junior II und dann geht es, nach einer kurze Pommes-Stärkung, zu Macklemore, einem der Haupterlebnisse für meine Kinder. Und auch wenn ich nicht auf Hip-Hop stehe: Die Show ist klasse, der Sound fantastisch, der Künstler selbst enorm sympathisch und eine echte Rampensau und ich bereue kein bißchen, dass ich mir dies angeschaut habe.

Danach sind wir ziemlich k.o., schauen noch kurz bei Steve Aoki vorbei – einem DJ, der Techno-Musik macht. Das wird mir aber schnell zu langweilig; also laufen wir zurück zum Auto und sind gegen halb zwei müde aber glücklich im Bett.

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