Tag -2 – Die OP

Ich habe gut geschlafen und wache frühzeitig auf. Meine ErstBesteHälfte ist bereits da, um emotionalen Beistand zu leisten. Jetzt wird es ernst. Klamotten aus, OP-Kittel an, dann wird die Scheißegal-Pille geschluckt und kurz darauf ist auch der Pfleger da, der mich in den OP schiebt. Ich bin wahnsinnig aufgeregt und kurz vor der Tür kommen dann die Tränen, weil ich eine Scheißangst habe und weiß, dass diese Sache nicht mehr umkehrbar ist. Mit nur einem funktionierenden Ohr bin ich beruflich aufgeschmissen, das war es dann. Zwar bin ich eigentlich positiv, sonst würde ich den Eingriff auch nicht wagen, aber diese Scheißangst…

Ich liege vorm OP, der Oberarzt kommt und fragt noch einmal, welche Seite operiert werden soll. Ich werde wieder ruhiger. Danach erinnere ich mich an nichts. Nicht wie ich in den OP geschoben werde, nicht wie ich narkotisiert werde und auch nicht, wie ich im Aufwachraum wach geworden bin. Es ist, als hätten mich die Men in Black geblitzdingt. Die erste Erinnerung ist, dass ich wieder im Krankenzimmer liege und ein Victory-Zeichen mache. Meine ErstBesteHälfte ist bei mir. Der Kopf dröhnt, aber ich habe keine Schmerzen und bin relativ fit. Meine rechte Gesichtshälfte funktioniert noch. Der Geschmacksinn ist noch da und ich rieche ganz normal. Das Aufstehen ist problemlos und ich habe keine Gleichgewichtsprobleme, aber für ein paar Stunden Tinnitus im rechten Ohr. Der Rest des Tages ist Entspannen; am Nachmittag laufe ich schon wieder vorsichtig durch die Flure.

Die reine OP dauerte 45 Minuten. Das war eine Schnellgeburt. Hoffentlich hört sie gut.

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