Tag 91/28 – Heja BvB

Ich gehe selten aber gerne ins Fußballstadion. Meistens fahre ich mit Junior I und/oder Junior II ins nahegelegene Weserstadion, um ein Spiel anzuschauen. Mit Junior I, der großer Fan des FC Bayern München ist, war ich auch schon in der Allianz-Arena in München und es war selbst für mich als BvB-Fan ein toller Abend. Wenn das Kind glücklich ist, spielt alles andere keine Rolle mehr.

Mit Hörgeräten sind Massenveranstaltungen ein akustischer Super-Gau. Weder bekomme ich Durchsagen noch Sprechgesänge mit noch kann ich mich mit Sitznachbarn oder anderen Leuten halbwegs vernünftig unterhalten. Ich habe die Atmosphäre trotzdem immer genossen; ich kenne es ja nicht anders. Nicht nur deshalb, sondern auch weil ich das erste Mal im Heimstadion meines Lieblingsvereines war, war dieser Abend ein wundervolles Erlebnis.

Schon auf der Fahrt ins Stadion hörten wir uns im Auto BvB-Songs über Spotify an. Die Texte von Schlachtgesängen sind ja überaus simpel und ich konnte hier schon vieles Gesungene und Geschrieene gut verstehen und ging dementsprechend vorbereitet ins Westfalenstadion. Der Kauf der Stadionkarte, mit der man im Stadion Getränke und Speisen kaufen kann, war völlig problemlos. Antworten auf meine Fragen, wie wir am besten parken und zu unseren Sitzplätzen kommen, habe ich bestens verstanden.

Im Stadion saßen um uns herum nur nette Leute und ich konnte mich den ganzen Abend lang gut unterhalten und über Fußball fachsimpeln. Die Ansagen des Stadionsprechers konnte ich zu etwa 50% verstehen. Die Musik, die im Stadion gespielt wurde, erkannte ich auf Anhieb und sie klang super. Die Nebengeräusche des doch sehr lauten Stadions wurden von meinen Soundprozessoren gut unterdrückt – das klappt bei MED-EL wirklich hervorragend. Man versteht alles, aber es ist nicht unangenehm laut. Ich konnte viele Schlachtgesänge mitgröhlen und auch beim Einlauf der Spieler, bei dem der Stadionsprecher nur den Vornamen spricht und der Nachname von den Stadionbesuchern gebrüllt werden, konnte ich zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Namen mitbrüllen. Das Gepfeife der gegnerischen Fans war deutlich zu vernehmen. Ich hörte, fast direkt unter dem Dach platziert, sogar das Ballgeräusch bei den Abschlägen der Torwarte und beim Elfmeter.

Es macht so viel mehr Spaß, an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, wenn man besser versteht. Man fühlt sich einfach viel mehr mittendrin und weniger ausgegrenzt.

Meine ErstBesteHälfte, die zu Beginn der Rückfahrt anrief, als wir drei wieder im Auto saßen, verstand ich leider nicht so gut. Vermutlich waren es einfach zu viel Höreindrücke in diesen knapp 5 Stunden im Stadion und ich war etwas geschafft und durch den chaotischen Rückreiseverkehr auch etwas abgelenkt. Aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Ich muss lernen, wo meine Grenzen sind und es wird immer Situationen geben, in denen die Hörkonzentration einfach nicht mehr gegeben ist. Aber auch das ist ein Luxusproblem. Und der BvB steht in der nächsten Pokalrunde – was will man mehr!

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