Tag 12 – Timeout

Heute habe ich nichts gemacht. Nada. Niente. Zero. Ich brauchte nach den Aufregungen der ganzen letzten Tage einfach mal ein Timeout. Wenn man ein Cochlea-Implantat bekommt ist es wichtig, auf sich selber zu hören und einfach mal einen Gang herunter zu schalten, wenn der Sprit alle ist. Ein paar Dinge gibt es trotzdem zu erwähnen, denn ganz ohne Musik geht es mit Implantat nicht mehr:

Schlagzeug spielen geht immer besser. Ich habe ein bisschen mit der Fernbedienung experimentiert, den Soundprozessor leise gestellt und die Geräuschempfindlichkeit soweit wie möglich herunter geregelt. Mit dieser Einstellung hört sich das Schlagzeug richtig gut an. Ich kann sogar erste Songs zur Musik spielen, wenn ich das Smartphone an die Aktivbox anschließe und voll auf Anschlag gehe. Mit Rücksicht auf die Nachbarn werde ich nicht weiter exzessiv daran arbeiten sondern warten, bis ich nach der Erstanpassung die Umgebungsgeräusche des Soundprozessors stumm stellen kann, wenn ein Audiokabel angeschlossen ist.

Am Klavier habe ich ein wenig mit meiner Stimme experimentiert und versucht, Töne zu treffen. Das klappt halbwegs gut. Als Kind habe ich gerne und viel gesungen und auch als Teenager gerne am Klavier Pop-Balladen gespielt und dazu gesungen. Zwar ist meine Stimme nach knapp 40 Jahren mit Hörgeräten ziemlich eingerostet und ich treffe nicht jeden Ton, aber ich höre, wenn meine Stimme nicht zur angeschlagenen Klaviernote passt. Das war mit Hörgeräten nicht möglich. Vor ca. neun Jahren habe ich im Rahmen meines Westerwave-Comedyprojektes in einem Tonstudio versucht, einen Westerwave-Song einzuspielen. Das klappte gar nicht; ich war nicht in der Lage, die Töne auch nur halbwegs zu treffen. Ein Pavarotti wird aus mir auch mit Implantaten nie werden, aber es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass ich mich vielleicht schon bald wieder am Klavier gesanglich begleiten kann.

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