Monat: Juli 2019

Tag 356/294 – Auslandsurlaub

Heute sind wir spontan für ein paar Tage ans Meer gefahren – nach Südschweden, zu unserem Lieblingscampingplatz, auf dem wir mit dem Zelt direkt am Strand campen können. Auch wenn ich immer gern neue Länder, Plätze und Erfahrungen suche, zieht es mich und meine Familie immer wieder an diesen traumhaften Platz. Der Strand ist wundervoll und nicht überfüllt, das Wasser sauber und es fällt nicht steil ab, alle paar Stunden kommen große Wellen, die von den Fährschiffen verursacht werden, die in naher Entfernung durch die Ostsee fahren und man lernt dort immer wieder nette Menschen kennen, die genau wie ich sehr naturverbunden sind und abends lieber am Lagerfeuer sitzen, anstatt in einer Hotelanlage auf dem reservierten Liegestuhl am Pool zu liegen und Cocktails zu schlürfen. Pauschalurlaub war noch nie mein Fall – ich bin eigentlich immer mit dem Zelt unterwegs oder übernachte in einer Ferienwohnung oder privat via AirBnb. Wir treffen dort auch regelmäßig Menschen wieder, die wir in früheren Urlauben kennen gelernt haben und teilweise haben sich auch private Kontakte ergeben, die bis heute fortbestehen.

Für Hörgeräte oder Audioprozessoren ist so ein Urlaub eine enorme Herausforderung. Vor allem der Sand, der sich nach ein paar Tagen auch im Zelt ausbreitet, ist für die Technik kritisch. Bei großer Hitze schwitzt man – vor allem wenn man ein 30 Kilo schweres Familienzelt auf- oder abbauen muss. Wenn es regnet, ist man nie ganz trocken und da wir ohne Strom zelten, ist das Verwenden einer elektrischen Trockenbox, welche die Feuchtigkeit aus dem Hörequipment zieht, problematisch – das geht eigentlich nur im Waschraum, wo man dann zwei Stunden neben dem Gerät sitzen und darauf warten muss, dass die Trocknung beendet ist.

Da ich in der letzten Zeit sowieso Probleme mit dem Eindringen von Feuchtigkeit in meine Audioprozessoren hatte, bin ich ein bißchen pessimistisch. Letztendlich hat aber alles besser geklappt, als erwartet.

Wichtig ist, dass man Behälter dabei hat, die dicht sind und in die kein Sand eindringen kann. Ich habe dafür die kleinen Täschchen verwendet, die man von Med-El mit dem Audioprozessor bekommt und die Prozessoren immer, aber auch wirklich immer dort verstaut, wenn ich sie abgenommen habe – und nicht etwa auf einen Kleiderhaufen legt oder sonst irgendwohin, wo sie aus Versehen im Sand landen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden können. Beim Zeltauf- und Abbau habe ich sie abgenommen, weil dies bei knapp 30 grad am Strand doch sehr schweißtreibend ist. Für das Trocknen habe ich eine Trockenbox mit Trockenkapseln dabei gehabt, die ich aber nicht verwenden musste. Einige Male habe ich die Audioprozessoren in der Sonne trocken lassen – allerdings nicht in der vollen Sonnenstrahlung, weil diese Hitze problematisch werden kann, sondern ein wenig im Schatten – und sicher abgelegt in einem Plastikteller oder eine Schüssel an einer Stelle, wo niemand aus Versehen gegen stoßen kann.

Wie jedes Mal an diesem Platz lernen wir auch diese Jahr wieder nette Menschen kennen – und zum ersten Mal, seitdem ich dort hinfahre, sind diese Gespräche nicht anstrengend für mich, sondern sie machen einfach Spaß. Wir treffen eine nette Familie aus Thüringen wieder, die schon vor vier Jahren neben uns gezeltet hat und es ist wunderschön, auch Abends im Dunkeln zusammenzusitzen und sich zu unterhalten, ohne dass ich dabei einen Halogenstrahler auf das Gesicht meiner Gesprächspartner richten muss, um von den Lippen ablesen zu können.

Auch das Einkaufen, im Restaurant, überall dort, wo ich Englisch brauche, ist alles so viel einfacher. Ich verstehe nicht alles, aber fast alles und fühle mich so viel sicherer in der Kommunikation als früher.

Die Urlaubstage sind leider wegen einer herannahenden Gewitterfront viel zu schnell vorbei. Aber es war dennoch eine wundervolle Erfahrung, auch im Ausland so gut hören und kommunizieren zu können und ich freue mich wahnsinnig auf den nächsten Auslandsaufenthalt.

Tag 355/293 – MRT

Seit Anfang Juni habe ich schwere Rückenprobleme. Vermutlich habe ich mir am ersten Juniwochenende, als ich einem Freund beim Umzug seiner Schrauberhalle geholfen habe, den Rücken beim Tragen verrenkt. Die -stündige Autofahrt nach Walldorf zwei Tage später haben meinem Rücken dann wohl den Rest gegeben: Ich kann zwar problemlos laufen und stehen, und auch Liegen und Sitzen ist schmerzfrei, aber das Aufstehen nach dem Sitzen schmerzt enorm und mein gesamter Oberkörper ist danach schief, weil meine Rückenmuskeln sich verkrampfen und in eine Schutzhaltung gehen, um die Wirbelsäule vor einer erneuten möglichen Verrenkung zu schützen. Nachdem auch mehre Sitzungen bei Physiotherapeuten keine wirkliche Besserung gebracht haben, verordnet mein Hausarzt ein MRT (Magnetresonanztomographie) meines Rückens, um festzustellen, ob ich ein ernstes Problem an der Wirbelsäule habe.

Beim MRT wird der Körper in eine Röhre geschoben und von einem enorm starken Magneten, der theoretisch zwei PKWs anheben könnte, ‘durchleuchtet’. Alle Metallteile am Körper wie zum Beispiel Ohrringe, Piercings oder anderer Schmuck müssen dafür entfernt werden, weil sie sonst vom Magneten in der Röhre angezogen werden können. Cochlea-Implantate haben auch einen Metallbestandteil: Den Magneten, der im Implantat unter der Kopfhaut sitzt und der die Spule des Soundprozessors, in der ebenfalls ein Magnet ist, festhält. Ein MRT ist deshalb für Menschen mit Hörimplantaten eine nicht ungefährliche Angelegenheit.

Früher mussten Implantate für ein MRT operativ entfernt und nach dem MRT wieder re-implantiert werden. Denn es besteht die Gefahr, dass der MRT-Magnet die Implantate anziehen kann. Im schlimmsten Fall können sich die Implantate im Kopf aufstellen, eventuell sogar herausreißen und starke Schmerzen verursachen. Mittlerweile sind aber alle Implantate bis zu einem gewissen Grad MRT-fähig, weil die Magneten im Implantat frei rotieren können und müssen für ein MRT nicht mehr operativ entfernt werden. Die Implantate von Med-El, die bei mir im Kopf sind, halten bis zu 3 Tesla Magnetstrahlung aus – das ist ein Spitzenwert und war einer der Gründe, warum ich mich für Med-El entschieden habe.

Ein weiteres Problem beim MRT ist, dass der Magnet des Implantates das MRT-Bild rund um das Implantat verschleiert. Bei Kopf-MRTs, zum Beispiel wegen Tumorverdachtes, muss das Implantat im schlimmsten Fall auch dann entfernt werden, wenn es ‘MRT-kompatibel’ ist, um ein deutliches MRT-Bild zu erhalten.

Bei mir muss Gott-sei-Dank nur der Rücken angeschaut werden. Dennoch müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit das Implantat fest im Kopf bleibt. Dafür bei Menschen mit Hörimplantaten ein Druck-Kopfverband angelegt, in dem eine zusätzliche Versteifung über den Implantaten eingefügt wird. Zwar ist dieser Kopfverband laut Angaben von Med-El optional und nicht mehr unbedingt notwendig, aber ich möchte hier lieber kein Risiko eingehen.

Bei meinem ersten Vorstellungstermin in der Radiologischen Praxis scheinen die Mitarbeiter/innen etwas überfordert zu sein. Ein MRT mit einem Hörimplantat haben sie noch nie gemacht und mir wird empfohlen, in die Klinik Hannover zu fahren, in der ich implantiert worden bin. Dort kennt man sich gut mit diesem Problem aus. Ich rufe also wenig später in Hannover an und erfahre, dass ein Termin frühestens in 3-4 Monaten möglich ist. In der radiologischen Praxis in meiner Nähe wäre es schon am nächsten Tag möglich. Ich lasse mir bei meinem Telefonat mit einer sehr netten Assistentin genaue Informationen geben – auch sie empfiehlt einen Kopfverband mit einer Versteifung.

Auf der Website von Med-El finde ich ausführliche Informationen zum Thema MRT – auch für Radiologen – die ich mir herunter lade und an die radiologische Praxis in Rotenburg sende. Dort bekomme ich dann einen Termin für den nächsten Tag.

Ich habe, ehrlich gesagt, ziemlich Schiss. Für die MRT-Untersuchung bringe ich zwei Pappstreifen mit, die ich vorher aus einem Karton ausgeschnitten habe – denn ich glaube nicht, dass so etwas in der radiologischen Praxis verfügbar ist.

Die ErstBesteHälfte ist natürlich mit dabei – für den Fall, dass irgend etwas schiefgeht. Dann bin ich dran. Ich weise die Schwester darauf hin, dass ich einen Kopfverband mit Versteifung benötige, weil ich Hörimplantate habe

“Das haben wir aber noch nie gemacht.”
“Irgendwann ist immer das erste Mal.”

Ich bestehe auf dem Verband, es wird kurz beraten und dann kommt eine andere Schwester mit Verbandsmaterial und legt mir den Kopfverband an – so fest wie es geht. Die Pappstreifen platziere ich vorher direkt über den Implantaten. Dann geht es aber in die Röhre und mein Herz rutscht ziemlich in die Hose. Es wird schon schiefgehen!

Gottseidank ist das Kopfende der MRT-Röhre offen – ich hasse es ziemlich, in diesen engen MRT-Röhren zu liegen, die nach hinten geschlossen sind. Zur Not kann ich also vorne raus. Dann geht das Gedröhne los und ich warte darauf, dass Blut spritzt, meine Implantate durch den Kopfverband fliegen und an der Decke der Röhre kleben bleiben. Aber nichts dergleichen passiert. Ich spüre kein Ziehen, keine Schmerzen im Kopf – nichts. Vielleicht ein leichtes Pochen, aber das kann auch Einbildung gewesen sein: In solchen Momenten reagiert man wegen der Angst häufig übersensibel und die Psyche kann, wie bei einer psychosomatischen Erkrankung – Schmerzen oder Empfindungen hervorrufen, die keine physiologische Ursache haben, sondern eingebildet sind.

Nach einer gefühlten Ewigkeit werde ich wieder aus der Röhre geschoben. Natürlich geht mein erster Griff zum Kopfverband: Kein Blut, alles trocken, nichts schmerzt. Der Kopfverband wird abgenommen und ich taste erneut die Kopfstellen ab, unter denen die Implantate liegen: Alles scheint in Ordnung zu sein. Ich bin erleichtert. Aber höre ich jetzt noch wie vorher?

In der Umkleidekabine dann gibt es einen kleinen Schreck: Ich bekomme die Spule links nicht an den Kopf angedockt – sie springt beim Aufsetzen immer ab wie bei gleichgepolten Magneten. Ich fange an zu schwitzen, atme ein paarmal durch und dann klappt es wieder – in der Aufregung habe ich den Magneten beim Aufsetzen offenbar nicht genau getroffen, sondern am Rand angesetzt – und genau dann gibt es diesen Effekt. Und: Ich höre nach wie vor gut. Alles ist gut gegangen! Und dass auch mein Rücken nicht ernsthaft beschädigt ist, ist die zweite gute Erfahrung des Tages.


Update: Da das Thema MRT auch für Träger anderer Hörimplantat-Hersteller wichtig ist, habe ich nochmal etwas recherchiert:

  • Cochlear bietet hier Informationen zum MRT mit Cochlear-Implantaten an. Die aktuell verfügbaren Cochlear-Implantate dieses Herstellers sind ebenfalls bis 3,0 Tesla MRT-fähig.
  • Auch die aktuellen Implantate von Advanced Bionics sind mit Einschränkungen bis zu 3.0 Tesla MRT-fähig. Hier gibt es detaillierte Informationen des Herstellers dazu.
  • Das aktuelle Oticon Cochlea-Implantat ist bis 1,5 Tesla MRT-fähig. Bei stärkeren MRTs muss der Magnet chirurgisch entfernt werden. Leider finden sich bei Oticon nur wenige detaillierte Informationen zum MRT.
  • Generell sollte man sich als Implantat-Träger vor einem MRT immer genau beim Hersteller erkundigen, ob das betreffende Hörimplantat MRT-fähig ist und welche Einschränkungen bestehen. Trotz gegenlautender Angaben einiger Hersteller sollte bei einem MRT IMMER ein Kopfverband mit Versteifung angelegt werden.

Tag 349/287 – Big Little Lies

Seit meiner Jugend, in der sich mein Gehör rapide verschlechtert hatte, schaue ich Filme und Serien eigentlich nur mit Untertitelung. Ins Kino bin ich fast nur dann gegangen, wenn eine Originalversion mit Untertiteln (OmU) auf dem Programm stand. In einigen, wenigen Fällen, wenn ich Blockbuster, die nicht in Programmkinos liefen, unbedingt sehen wollte, habe ich mir die Handlung vorher durchgelesen, um halbwegs zu verstehen, worum es ging. Beim Fernsehen habe ich immer Teletext-Untertitel verwendet, sofern diese verfügbar waren. Ich habe häufig DVDs und später BluRays gekauft, weil hier eigentlich immer Untertitel verfügbar sind. Und auch mit meinen Hörimplantaten habe ich die Untertitel meistens angelassen, weil ich es so gewohnt bin und weil es mir auch mit Hörimplantaten einfach zu anstrengend war, über einen längeren Zeitraum konzentriert zuzuhören. Gelegentlich habe ich die Untertitel für eine halbe Stunde oder eine Episode einer Serie ausgeschaltet und den ein oder anderen Tatort habe ich auch schon ganz ohne Untertitel geschaut. Aber generell wollte ich auf diese Unterstützung bislang nicht verzichten.

Ich brauche sie jetzt nicht mehr. Meine EBH wollte gern mit mir ‘Big Little Lies’ schauen – eine siebenteilige US-amerikanische Fernsehserie auf Sky, bei denen die Untertitel – warum auch immer – zwar angekündigt waren, aber nicht funktionierten. Ich habe es trotzdem versucht – und die komplette erste Staffel dieser wirklich tollen Serie komplett ohne Untertitel angeschaut. In den gesamten sieben Folgen musste ich vielleicht ein oder zweimal anhalten und meine EBH fragen, was gesagt wurde oder ob ich richtig verstanden habe. Abgesehen davon habe ich fast alles verstanden und konnte der Handlung hervorragend folgen. Ich muss hinzufügen, dass in dieser Serie eigentlich nonstop geredet wird – und zwar überwiegend von Frauen, die ich normalerweise wegen der höheren Stimmlage etwas schlechter verstehe als Männer. Außerdem sprechen die Schauspieler Englisch – Lippenablesen ist also nicht möglich.

Seitdem schalte ich Untertitel nicht mehr automatisch an, sondern nur noch dann, wenn ich enorm müde bin, die Schauspieler gar nicht verstehe oder meine Teleschlinge, die per Bluetooth mit dem Fernseher verbunden ist, nicht aufgeladen oder verlegt ist. Das Verstehen über den Fernseher selbst ohne Equipment, das mir den Ton direkt in die Audioprozessoren speist, ist mit meinem Fernsehgerät leider nicht möglich – dazu ist die Soundqualität zu schlecht. Vielleicht bekomme ich dieses Problem mit einem besseren TV-Gerät oder einer hochwertigen Soundbar noch besser in den Griff. Bis dahin freue ich mich darüber, dass ich endlich kein oder kaum noch ein Handicap beim Anschauen von Filmen und Serien habe. Und freue mich darauf, die zweite Staffel von ‘Haus des Geldes’ untertitelfrei genießen zu können.

Tag 345/283 – Sonnet 2

Heute habe ich erfahren, dass eine neue Generation meines Audioprozessors von Med-El auf dem Markt ist: Der Sonnet 2. Dieser Audioprozessor ist natürlich mit meinem Implantat kompatibel und bietet den großen Vorteil, dass eine direkte Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone hergestellt werden kann. Dieses Feature vermisse ich schmerzlich – ich muss bei meinem Sonnet 1 entweder einen Kopfhörer oder eine sogenannte Teleschlinge verwenden (hier habe ich genauer beschrieben, welche Anschlussmöglichkeiten es gibt). Ursprünglich wollte ich mich deshalb für Cochlea anstatt Med-El entscheiden, habe dann aber wegen einiger anderer Gründe doch zu Med-El gegriffen.

Ehrlich gesagt ärgere ich mich etwas, dass so kurz nach meiner Implantation eine neue Generation des Soundprozessors herausgekommen ist – und dass diese neue Generation etwas kann, was für mich einen großen Vorteil bedeutet. Natürlich hat mir das vor meinen Operationen niemand gesagt. Med-El möchte ja nicht, dass sich potentielle Patienten für einen längeren Zeitraum nicht implantieren lassen, weil sie auf ein neues Gerät warten. Aus unternehmerischer Sicht kann ich das sehr gut verstehen und dem Unternehmen deshalb auch nicht böse sein.

Ich hätte mit der Operation auch nicht gewartet, bis dieser Prozessor auf dem Markt ist. Im letzten Jahr habe ich soviel neues gehört und erfahren – und für diese Erfahrung bin ich Med-El und meinen behandelnden Ärzten enorm dankbar. Jeder Tag mit Cochlea-Implantat war für mich bislang ein enormer Gewinn an Lebensqualität. Vielleicht hätte ich die Entscheidung für ein Cochlea-Implatat auch verschoben, bis der neue Prozessor da ist – wenn ich gewusst hätte, dass es in diesem Jahr ein Update gibt. Und wäre noch ein Jahr länger mit schlechtem Hören unterwegs gewesen – und hätte mich dann doch wieder gegen eine Operation entschieden.

Der Zeitpunkt war richtig und ich bin mit meinen elektronischen Ohren enorm glücklich – das ist das einzige, was zählt. Die neuen Prozessoren werde ich erst in 5 oder 6 Jahren bekommen können, wenn die alten zu verschlissen sind. Bis dahin muss ich mit einer etwas komplizierteren Handhabung bei der Konnektivität leben – und ich lebe gut damit, auch wenn das ganze elektronische Geraffel, das ich manchmal mit mir führen muss, doch sehr nervt. Aber das ist ein kleiner Preis für ein sehr großartiges Hörerlebnis. Insofern ärgere ich mich nur ein kleines bißchen.

Außerdem gibt es von Med-El jetzt den AudioLink – eine Fernbedienung, mit der man die Verbindung zum Smartphone oder Fernseher auch ohne Teleschlinge erzeugen kann. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal informieren, wie das genau geht, was es kostet und ob die Krankenkasse die Kosten dafür übernimmt. Da der einzige Mehrwert hier höherer Komfort ist, wird das eher nicht klappen. Aber einen Versuch ist es wert.

Tag 337/275 – English

In meinem Job wird überwiegend Englisch gesprochen. Ich arbeite mit einem internationalen Team aus mehreren Ländern und Kontinenten und wir sprechen eigentlich immer Englisch, wenn wir nicht ausschließlich deutschsprachige Meeting-Teilnehmer haben, was aber relativ selten ist.

Heute hatte ich eine Telefonkonferenz mit vier Teilnehmern auf Englisch, und ich habe nahezu jedes Wort verstanden – und das über 90 Minuten hinweg und nur teilweise mit Videoübertragung der Teilnehmer, was für mich leichter ist, da ich hier ein wenig Hörhilfe durch das Lippen-Ablesen habe. Getragen habe ich dabei einen guten On-Ear-Kopfhörer mit Headset, der an mein Laptop angeschlossen war. Die Konferenz wurde über Skype abgehalten.

Vor einem Jahr, mit Hörgeräten, konnte ich noch nicht einmal Telefonate mit einem Teilnehmer auf Deutsch führen. Selbst Videokonferenzen waren enorm anstrengend und haben nur dann halbwegs funktioniert, wenn die Verbindung super war und es keine Verzögerung zwischen Sprache und Bild gab.

Und interessant war das Meeting übrigens auch ;-)