Tag 72/9 – Hamburg

Heute fahre ich nach Hamburg, weil Junior II zusammen mit einem Schulfreund an einer Kinder-Schulung bei SAP teilnimmt, die im Rahmen der Hamburger Code Week stattfindet. Bei diesem Einsteiger-Kurs möchte er lernen, wie man Spiele programmiert. Ich versuche immer, meine Kinder dazu zu bringen, Computer nicht nur zu nutzen, sondern sich auch ein bißchen damit zu beschäftigen, wie sie funktionieren. Zumindest bei Junior II funktioniert das wirklich gut. Junior I ist mit dem Musikmachen am Laptop weitgehend ausgelastet und komponiert dort Songs – auch das ist eine tolle Sache.

Schön ist, dass wir drei – Junior II, sein Schulfreund und ich – uns auf der Fahrt gut unterhalten können. Zwar wird auch viel Musik gehört, aber die peinlichen Momente, die ich früher oft hatte, wenn ich Freunde meiner Kinder transportiert habe und sie mit der Kommunikation mit einem hörgeschädigten Vater überfordert waren, sind Vergangenheit. Meine Kinder freut das sehr – eine Peinlichkeit weniger. In der Pubertät gibt es nicht Wichtigeres als das Vermeiden von Peinlichkeiten und Eltern sind ja schlechthin das Peinlichste überhaupt.

Im Büro angekommen liefere ich die Kinder ab und mache ich einen kleinen Abstecher in meine Abteilung, wo ich drei frühere Arbeitskollegen und -kolleginnen treffe, mit denen ich zwei Jahre sehr gerne zusammengearbeitet habe. Die Freunde ist sehr groß und wir haben uns viel zu erzählen. Alle sind begeistert über meinen Hörerfolg und ich genieße es sehr, mal wieder unter Arbeitskollegen zu sein. Insgesamt bin ich in diesem Jahr wegen der Operationen ja viel ausgefallen. Ich glaube, ich war in meinem gesamten Berufsleben noch nicht so viel krankgeschrieben wie in diesem zweiten Halbjahr 2018. Das Arbeiten fehlt mir ziemlich und ich freue mich sehr darauf, Ende des Jahres oder eventuell auch erst im nächsten Jahr wieder richtig einzusteigen und mit mein neues Hörvermögen auch beruflich einsetzen zu können.

Anschließend treffe ich eine Freundin und Freelancerin, mit der ich als Freiberufler lange und gerne zusammengearbeitet habe. Wir sitzen etwa drei Stunden an der schönen Außenalster, genießen den wunderbaren Spätsommer und haben uns viel zu erzählen, weil wir uns viel zu lange nicht gesehen haben. Ich glaube, ich muss während des gesamten Nachmittags nur einmal nachfragen, weil ich etwas nicht verstanden habe. Alles andere verstehe ich einwandfrei. Um die Windgeräusche am Seeufer zu reduzieren, trage ich eine Beanie-Mütze – das funktioniert super.

Dann geht es zurück nach Hause mit einem Zwischenstopp bei McDonalds. Das Drive-In meide ich nach wie vor, weil das ein frustrierendes Hörerlebnis ist und drinnen wird per Bestellsäule bestellt – das geht schneller. Später am Abend noch ein wenig Small Talk mit Nachbarn auf der Terrasse und dann ist ein weiterer schöner Hörtag zu Ende.

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