Tag 23 – Party

Eigentlich feiere ich heute zwei Geburtstage – meinen eigenen und den meines elektronischen Ohrs. Mein 50. Geburtstag war schon Ende März; ich habe allerdings ein paar Monate gebraucht, um dieses biblische Alter zu verkraften. Das ist zwar eigentlich Blödsinn, aber bei manchen Dingen reagiert man halt etwas irrational. Letztendlich geht es mir gut und ich freue mich sehr auf die Feier, bei der etwa 70 Personen erwartet werden: Familie, Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen.

Der Vor- und Nachmittag sind voll ausgefüllt mit Aufbauarbeiten. Leider ist das Wetter bescheiden und es schüttet wie aus Eimern – das erste Mal seit knapp 5 Monaten in Norddeutschland. Perfektes Timing. Gottseidank packen meine Nachbarn toll mit an und wir sind am Nachmittag auch für Hagel, Schnee und Orkane gerüstet. Am frühen Abend verzieht sich der Regen dann wieder und es bleibt trocken, wenn auch etwas kalt.

Gegen 18 Uhr treffen die ersten Gäste ein. Die meisten habe ich seit meiner Implantation nicht gesehen und es fließen vor allem bei der Familie viele Freundentränen, weil alles so viel besser geklappt hat als erwartet. Der Rest des Abends ist einfach nur wunderbar. Die glückliche Stimmung, die in der Luft liegt, ist unbeschreiblich. Ich unterhalte mich bis morgens um halb vier mit kleinen Pausen, genieße jedes Gespräch und verstehe fast alles – auch nach dem ersten Bier, dem zweiten White Russian und dem dritten Rotwein. Das Essen ist ein voller Erfolg – meine Gäste haben ein gigantisches Buffett auf die Beine gestellt und die Landjugend hat freundlicherweise einen Riesengrill zur Verfügung gestellt, der unsere Gäste mit Steaks und Würstchen versorgt.

Ab Mitternacht bin ich dann überwiegend in der Disko zu finden, die wir in der Garage aufgebaut haben und tanze mir die Seele aus dem Leib. Musik hört sich nach wie vor gigantisch an und ich höre selbst dann nicht auf, als meine Nachbarn ihre Lieblingspartykracher auflegen – ich bin ja eigentlich kein Freund von Helene Fischer und Konsorten, aber heute Abend ist mir alles egal. Zwischendurch übernehme ich das Zepter bei der Songauswahl und hotte zusammen mit alten Freunden zu den wunderbaren Songs der 80er und 90er Jahre ab, die wir schon damals in der Internatsdisko in der Dauerschleife hatten. Und fühle mich wieder wie 17 – nur mit besserem Gehör.

Die Stimmung ist wirklich wundervoll, weil sich alle so sehr über meinen Hörerfolg freuen und ich glaube, das ist die beste Party meines Lebens – und ich habe wirklich viele Parties erlebt. Erst gegen halb 5 Uhr morgens verabschieden sich die letzten Gäste und nach etwas Aufräumarbeit geht es dann geschafft aber glücklich ins Bett. Was für ein wunderbarer Abend!!!

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