Tag 68/5 – Slow down

Heute morgen steht der Nachuntersuchungstermin beim HNO-Arzt auf dem Programm. Mein HNO-Arzt freut sich sehr über den Erfolg auch auf dem linken Ohr. Leider sieht die Wunde nicht ganz so gut aus wie bei der ersten Operation: Die linke Kopfseite ist immer noch etwas geschwollen. Die Spule mit dem Magneten hat schlechten Kontakt und fällt von selber leicht vom Kopf – zum Beispiel dann, wenn ich mich bücke. Auch hinter dem Ohr ist immer noch eine deutlich sichtbare Schwellung. Mein linkes Ohr fühlt sich weitgehend taub an. Im Mittelohr blutet es noch ein wenig. Ich bekomme deshalb leider kein Pflaster hinter dem Ohr, sondern einen neuen Verband samt Riesenpflaster auf das Ohr, das quasi über das halbe Gesicht reicht. Wunderschön! So hatte ich mir das nicht vorgestellt – vor allem weil ich morgen zu einer Beerdigung muss. Aber Sicherheit geht vor.

Insgesamt ist alles im grünen Bereich und es gibt keinen Grund zur Sorge. Jede Operation verläuft anders und auf jeder Kopfseite laufen die Nerven etwas anders. Das Taubheitsgefühl im Ohr links wird in den nächsten Monaten verschwinden. Voraussichtlich am Mittwoch werde ich dann das kleine Pflaster hinter dem Ohr bekommen. Der Magnet wird besser halten, wenn die Schwellung weg ist – eventuell brauche ich links einen etwas stärkeren Magneten als rechts. Dennoch bin ich etwas genervt von dem im Vergleich zum rechten Ohr langsamen Heilungsprozess. Letztendlich ist das Jammern auf hohem Niveau: Mein Gleichgewichtssinn ist unbeschädigt. Ich habe weder Schwindel noch Tinnitus und keine Geschmacksveränderungen. Dennoch ist links alles etwas schlechter gelaufen als rechts: Die Operation, der Krankenhausaufenthalt (trotz 2-Mann-Zimmer), die Frühanpassung mit dem doch sehr blechernen Sound und der langsamere Heilungsprozess.

Auf der positiven Seite steht allerdings, dass ich trotz des blechernen Sounds links auf Anhieb ein gutes Sprachverständnis hatte und die Kombination aus beiden Implantaten sehr gut funktioniert. Also heißt es Geduld haben, sich schonen und die Wunde in Ruhe ausheilen lassen und dann wieder Gas geben. Ich fahre generell nicht gern mit angezogener Handbremse durchs Leben, aber manchmal geht es halt nicht anders.

 

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