Tag 62 – OP Reloaded

Heute morgen stehe ich als zweiter Operationstermin auf dem Plan und damit wird es gegen halb 11 bis 11 Uhr losgehen, wie mir bei der Visite um halb 7 nochmal mitgeteilt wird. Dann heißt es warten, warten, warten. Die Nervosität steigt. Ich darf nichts trinken und nichts essen. Die ErstBesteHälfte trifft gegen 8 im Krankenhaus ein und wir sind beide nervös und wissen nicht wirklich, wie wir die Zeit bis zur OP am besten überbrücken sollen. Also warten wir. Und warten. Halb 11. 11 Uhr. 11:30. Kurz vor 12 kommt dann endlich die Schwester mit der Scheißegal-Pille und gibt das Startsignal. Also rein in den OP-Kittel und dann steht auch schon der Hol- und Bringservice in der Tür.

Ich bin nicht ganz so nervös wie beim ersten Mal, aber wäre jetzt trotzdem lieber irgendwo am Strand unter Palmen, anstatt von einem Pflegeazubi polternd durch die Flure bugsiert zu werden. Küsschen von der ErstBestenHäfte – und dann liege ich noch etwa 20 Minuten im OP-Bereich. Danach verschwimmt die Erinnerung wieder – die Betäubungsmaske bekomme ich irgendwie noch mit. Irgendwann wache ich im Aufwachraum wieder auf und wundere mich über das Deckenmuster. Wie auch beim ersten Mal ist mir kaum übel. Ich checke meine Gesichtsmuskeln und bin froh, dass sich alles bewegt. Schwindelig ist mir auch nicht. Dann werde ich zurück ins Zimmer gekarrt, wo ich noch ein bißchen vor mich her dämmere, bevor die ErstBesteHälfte am Bett steht und sich freut, dass sie ihre ZweitBesteHälfte wieder hat. Unschön ist, dass ich nicht dort wieder aus dem OP gefahren wurde, wo ich reingebracht wurde, sondern durch den Hinterausgang und die ErstBesteHälfte noch eine gute Stunde unten auf mich wartete, während ich schon wieder auf der Station war. Sorry, MHH: Das war ganz schlechte Krankenhauskommunikation.

Aber ich habe es überlebt. Der Kopf brummt natürlich gehörig; der Schmerz ist aber gut auszuhalten und ich stehe bereits nach etwa ein- bis zwei Stunden wieder vorsichtig auf den Beinen. Der Blutdruck ist ok, ich habe kein Fieber und alles scheint wie vorher zu schmecken. Der Rest des Tages ist Ausruhen, Freunde informieren, am Abend mit dem Bettnachbarn Fußball schauen und dann versuchen, in den Schlaf zu finden, was nicht so leicht ist, wenn der Kopf sich anfühlt, als hätte er das Rektum eines sibirischen Mammuts von innen untersucht.

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