Tag 251/189 – Gruppenarbeit

Heute findet der zweite Tag unseres Teamtreffens statt. Es wird vor allem in kleinen Gruppen an verschiedenen Unterthemen gearbeitet, die für unsere Arbeit relevant sind. Die Gruppen bestehen meistens aus 4-6 Personen und verteilen sich in einem großen Meetingraum.

Diese Konstellation ist für hörgeschädigte Menschen ein echtes Worst-Case-Szenario, denn die Geräuschkulisse im Gruppenarbeitsraum ist enorm hoch und es wird innerhalb der Gruppen viel diskutiert. Zwar habe ich auch vor meiner Implantation an solchen Veranstaltungen teilgenommen, konnte allerdings nur sehr eingeschränkt mitarbeiten und war nach kurzer Zeit völlig k.o.. Das ist jetzt anders.

Damit ich gut verstehe, schalte ich alle Tischmikrofone im Raum stumm und lege ein eingeschaltetes Table-Mic in die Mitte der Gruppenrunde. Und das klappt ausgezeichnet. Ich bin das erste Mal überhaupt wirklich drin im Geschehen, kann meine Ideen einbringen und mit meinen Gruppenteilnehmern diskutieren.

Natürlich ist es nach wie vor anstrengend und ohne volle Konzentration geht es nicht. Allerdings zahlt sich dieser Einsatz jetzt auch aus und die Motivation, sich anzustrengen, ist weitaus höher.

Am Ende dieses 2-tägigen Workshops bin ich trotzdem ausgepowert, aber glücklich. Was früher eine unangenehme Situation war, ist jetzt ein spannendes Erlebnis. Dass dies einmal wieder so möglich sein wird , habe ich vor einem halben Jahr nicht im Traum gedacht.

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