{"id":890,"date":"2019-02-18T22:41:07","date_gmt":"2019-02-18T20:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/implantastisch.de\/?p=890"},"modified":"2019-08-04T22:35:50","modified_gmt":"2019-08-04T20:35:50","slug":"tag-209-144-nachjustierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/implantastisch.de\/?p=890","title":{"rendered":"Tag 200\/138 &#8211; Nachjustierung"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute vormittag geht es zur Anpassungssitzung meiner Soundprozessoren im Deutschen H\u00f6rzentrum Hannover. Dabei werden die Einstellungen meiner Soundprozessoren \u00fcberpr\u00fcft und optimiert, es findet eine \u00e4rztliche Untersuchung statt und auch ein Sprachtest steht auf dem Programm. Dieser Termin findet drei, sechs und zw\u00f6lf Monate nach der Erstanpassungswoche statt; anschlie\u00dfend wird in einen j\u00e4hrlichen Turnus gewechselt. Bei Bedarf kann ich nat\u00fcrlich zus\u00e4tzliche Termine vereinbaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nehme diese Termine gerne wahr und freue mich darauf. Mein H\u00f6ren wird mit jedem Termin besser und \u00fcberhaupt ist alles, was ich in der MHH Hannover und im Deutschen H\u00f6rzentrum Hannover erlebt habe, f\u00fcr mich sehr positiv behaftet. Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass ich mal gern in ein Krankenhaus oder zu Nachuntersuchungen gehe. Aber wenn man sein Geh\u00f6r so schnell und so weitreichend wiedererlangt wie ich, dann sind mit diesem Ort nur positive Erinnerungen verbunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Es geht los mit der Anpassungssitzung bei meinem Audiologen. Ein paar Frequenzen werden nachjustiert, um eine gleichbleibende Lautst\u00e4rke \u00fcber das gesamte Frequenzband zu erzielen. Dabei bekomme ich jeweils vier T\u00f6ne unterschiedlicher Tonh\u00f6he vorgespielt und muss angeben, welche T\u00f6ne lauter oder leiser sind als andere. Das ist insbesondere bei hohen T\u00f6nen gar nicht so einfacher, denn diese werden generell lauter empfunden als tiefere T\u00f6ne. Nach dieser Feinjustierung bin ich aber noch nicht ganz zufrieden, weil die Zischlaute und Konsonanten etwas zu leise sind. Also werden die h\u00f6chsten Frequenzen wieder etwas h\u00f6her gestellt. Im Endeffekt ergibt sich damit ein tolles Klangbild und ich habe das Gef\u00fchl, noch besser verstehen zu k\u00f6nnen als vorher. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse mir au\u00dferdem ein Programm f\u00fcr laute Musik programmieren, weil ich in Diskotheken und auf Konzerten, bei denen es \u00fcber 100 dB geht, akustische Verzerrungen habe. Die Soundprozessoren sind f\u00fcr einen Lautst\u00e4rkebereich von 20-80 Dezibel optimiert. Dies ist der Bereich, der f\u00fcr Sprachverst\u00e4ndnis und Alltag am wichtigsten ist; dementsprechend wird daf\u00fcr die meiste Rechenleistung der Computer auf meinen Ohren bereitgestellt. Lautst\u00e4rken \u00fcber 100 dB sind eher ein Ausnahmefall; die Soundprozessoren haben deshalb nicht die volle Rechenleistung f\u00fcr diesen Bereich. Auch die Leistungsf\u00e4higkeit der eingebauten Mikrofone ist begrenzt. Letztendlich kann ich zwar immer noch deutlich besser h\u00f6ren als mit H\u00f6rger\u00e4ten, aber dennoch klingt alles ein bi\u00dfchen verzerrt &#8211; in etwa wie ein Verst\u00e4rker, der voll im Anschlag ist. Ich bin gespannt, ob sich dieses neue H\u00f6rprogramm bei hohen Lautst\u00e4rkepegeln besser schl\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend geht es direkt zum Sprachtest. Es werden beide Ohren &#8211; oder besser gesagt elektrische Ohren &#8211; getestet und das Ergebnis f\u00e4llt hier insgesamt sehr zufriedenstellend aus. Zahlen testen wir \u00fcbrigens gar nicht mehr, weil ich hier problemlos auf 100 % Sprachverst\u00e4ndnis komme. Beim Noise-Test wird ein St\u00f6rger\u00e4usch eingespielt, das 10 Dezibel leiser ist als die Sprache selbst. <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Freiburger Einsilber: links 55 %, rechts 85 %,zusammen 85 %<\/li><li>HSM Satztest in Ruhe: links 83,01 % (rechts und zusammen nicht getestet, da schon beim letzten mal knapp unter 100 % lag)<\/li><li>HSM Satztest in Noise: links 30,18 %, rechts 19,81 %, zusammen 55 %<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beim Noise-Test auf dem rechten Ohr habe ich komplett die Konzentration verloren; hier lag ich vor drei Monaten schon bei \u00fcber 40 %. Das ist \u00e4rgerlich, aber kein Grund zur Sorge; solche Ausrutscher bedeuten nicht wirklich, dass das H\u00f6ren schlechter geworden ist. Insgesamt ist mein linkes Ohr deutlich besser geworden und r\u00fcckt immer n\u00e4her an das zwei Monate fr\u00fcher implantierte heran. Mit beiden Ohren h\u00f6re ich hervorragend und es gibt eigentlich nur noch bei der St\u00f6rschall-Situation noch Verbesserungsbedarf.  <\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend geht es zur \u00e4rztlichen Untersuchung. Wie nicht anders erwartet ist alles bestens und ich bin schon nach 10 Minuten wieder drau\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Mittagessen statte ich dem Med-El-Center im Deutschen H\u00f6rzentrum noch einen Besuch ab und lasse dort die Funkempf\u00e4nger f\u00fcr meine Soundprozessoren lauter stellen, die ich f\u00fcr die Verwendung der Tischmikrofone ben\u00f6tige. Auch ein Kabeltausch steht auf dem Programm, weil mein linker Soundprozessor manchmal einen leichten Wackelkontakt hat. Dann bin ich fertig. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Innenstadt treffe ich am Nachmittag eine sehr nette Frau, die ich im CI-Forum auf Facebook kennengelernt habe und die in dieser Woche ebenfalls ein Cochlea-Implantat bekommt. Es ist immer toll, sich mit anderen und kommenden CI-Tr\u00e4gern auszutauschen und ich hoffe, dass ich Alessandra etwas von ihrer Nervosit\u00e4t nehmen kann.  Ich selbst war vor beiden Operationen auch sehr aufgeregt und kann mich gut in ihre Situation hineinversetzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Etwas schwierig ist f\u00fcr mich immer, dass meine H\u00f6rgeschichte mit den Cochlea-Implantaten ungew\u00f6hnlich ist und vermutlich das Optimum darstellt, dass nach einer solchen Operation zu erwarten ist &#8211; sowohl im Hinblick auf den H\u00f6rerfolg als auch auf die Geschwindigkeit. Warum es bei mir so gut und schnell geklappt hat, wei\u00df ich nicht &#8211; das kann niemand sagen. Die Erwartungen, die ich bei anderen CI-Patienten erwecke, sind nat\u00fcrlich sehr hoch und umso gr\u00f6\u00dfer mag hinterher die Entt\u00e4uschung sein, wenn der H\u00f6rerfolg nicht so schnell und so gro\u00df ist und auch die Operation nicht so schnell und gut verkraftet wird wie bei mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Mensch ist unterschiedlich und auch jede Operation. Ich war nach der ersten Implantierung sehr schnell wieder fit; nach der zweiten dauerte es l\u00e4nger. Ich hatte weder Schwindel noch Geschmacksverlust noch Tinnitus oder starke Schmerzen &#8211; all das kann aber durchaus passieren. Und die wenigsten Patienten h\u00f6ren mit einem Cochlea-Implantat auf Anhieb gut. Manche brauchen Monate, um Sprache zu verstehen &#8211; oder sogar noch l\u00e4nger. Bei einigen wenigen klappt es nie. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich selbst h\u00e4tte den Schritt zum H\u00f6rimplantat nicht gewagt, wenn ich nicht selber Erfolgsstorys gelesen h\u00e4tte, die mir gezeigt haben, das m\u00f6glich sein KANN. Dass es bei mir auch so gut l\u00e4uft habe ich nicht erwartet. Und das sollte auch niemand, der ein H\u00f6rimplantat bekommt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute vormittag geht es zur Anpassungssitzung meiner Soundprozessoren im Deutschen H\u00f6rzentrum Hannover. Dabei werden die Einstellungen meiner Soundprozessoren \u00fcberpr\u00fcft und optimiert, es findet eine \u00e4rztliche Untersuchung statt und auch ein Sprachtest steht auf dem Programm. Dieser Termin findet drei, sechs und zw\u00f6lf Monate nach der Erstanpassungswoche statt; anschlie\u00dfend wird in einen j\u00e4hrlichen Turnus gewechselt. 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