{"id":814,"date":"2018-11-27T19:36:50","date_gmt":"2018-11-27T17:36:50","guid":{"rendered":"http:\/\/implantastisch.de\/?p=814"},"modified":"2019-03-27T17:56:48","modified_gmt":"2019-03-27T15:56:48","slug":"tag-117-55-awesome","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/implantastisch.de\/?p=814","title":{"rendered":"Tag 117\/55 &#8211; Awesome!"},"content":{"rendered":"<p>Seit gestern arbeite ich in einem neuen Team an einem neuen Projekt f\u00fcr meinen Arbeitgeber SAP. Ich werde h\u00e4ufig in verschiedenen Projekten eingesetzt und bin als User Experience Designer dabei daf\u00fcr zust\u00e4ndig, dass die Software, die f\u00fcr den Kunden gebaut wird, verstanden wird und optimal zu bedienen ist. H\u00e4ufig geht es um Verbesserungen, weil bestimmte Applikationen zu schwierig zu handhaben sind. Manchmal auch um die Entwicklung neuer Produkte. Die technischen Aspekte und die Programmierung sind f\u00fcr mich eher irrelevant. Der logische Aufbau der Benutzeroberfl\u00e4chen, eine gut verst\u00e4ndliche Benennung von Buttons oder Hilfetexten und das Design der jeweiligen Interfaces sind die Faktoren, die ich beeinflussen kann.<\/p>\n<p>Die Teams bei SAP sind fast immer international aufgestellt und dementsprechend ist die Arbeitssprache Englisch. Nur wenn ich direkt mit einem deutschsprachigen Kollegen kommuniziere, verwenden wir Deutsch; in Meetings wird fast immer Englisch gesprochen, weil eigentlich immer ein Kollege aus dem Ausland dabei ist, der Englisch besser versteht als Deutsch.<\/p>\n<p>Bislang war das f\u00fcr mich sehr schwierig. Ich brauchte eigentlich immer einen Dolmetscher oder eine deutschsprachige Wiederholung des Gesagten und konnte kaum direkt mitdiskutieren. Zwar spreche ich theoretisch recht gut Englisch und das Lesen und Schreiben klappt problemlos. Ich habe l\u00e4ngere Zeit nebenbei als \u00dcbersetzer gearbeitet und englische Produkt- und Webtexte ins Deutsche \u00fcbersetzt; diese Arbeit macht mir viel Spa\u00df. Aber das Verstehen von englischer Sprache war bislang quasi unm\u00f6glich. Das Lippenlesen funktioniert in anderen Sprachen nicht wirklich gut &#8211; ich habe keine Ahnung, warum. Die W\u00f6rter kenne ich, aber ich kann englischsprachiges Mundbild einfach nur sehr schlecht entziffern. Und mein Sprachverst\u00e4ndnis war mit H\u00f6rger\u00e4ten schon im Deutschen schlecht; Englisch habe ich wenn \u00fcberhaupt nur bruchst\u00fcckhaft verstanden.<\/p>\n<p>In dieser Woche war ich zum ersten Mal seit meiner zweiten Implantation in der SAP-Zentrale in Walldorf. Dort fand ein sogenannter Kick-Off statt: Das ist die in der Softwarebranche \u00fcbliche Bezeichnung f\u00fcr ein Projektstart-Meeting, bei dem besprochen wird, wie man vorgeht und wer was bis wann und wie macht. Da auch in diesem Team neben einer spanischen Kollegen, die gut Deutsch spricht, ein Kollege aus Indien dabei ist, der Deutsch zwar ein bi\u00dfchen versteht, aber kaum sprechen kann, fand dieses Kick-Off-Meeting also auf Englisch statt. Und weil ich mit dem indischen Kollegen eng zusammenarbeite, musste ich die letzten beiden Tage sehr viel auf Englisch kommunizieren.<\/p>\n<p>Wie so vieles, was in den letzten drei Monaten passiert ist, war auch diese Situation \u00fcberraschend: Ich habe im englischsprachigen Meeting mit 6 Personen fast jedes Wort verstanden &#8211; und das mit zwei Sprechern, die einen starken indischen bzw. spanischen Akzent in der Englischen Kommunikation haben. Ich habe die letzten zwei Tage lange und andauernd mit einem englischsprachigen Kollegen diskutiert, gescherzt und gesch\u00e4kert und dabei bis kurz vor Feierabend wirklich gut verstanden. Irgendwann war dann der Akku leer &#8211; nat\u00fcrlich ist nach wie vor hohe Konzentration erforderlich. Aber im Gegensatz zu fr\u00fcher, als ich mich so h\u00e4ufig vergeblich angestrengt habe, hat diese Konzentration auch tolle Ergebnisse gebracht: Ich verstehe die englische Sprache immer besser und schon jetzt gut genug, um auch berufliche Konversation auf Englisch zu machen. That&#8217;s awesome!<\/p>\n<p>Auch der Video\u00fcbertragung eines gro\u00dfen Meetings des SAP Vorstandes konnte ich \u00fcbrigens gut folgen. Das reine Telefonieren auf Englisch ist derzeit noch undenkbar, aber das war mit der deutschen Sprache kurz nach der Erstanpassung auch eine gro\u00dfe H\u00fcrde. Ich bin sicher, dass ich das irgendwann auch noch schaffen werde. <em>Exercising makes the master<\/em>, wie Westerwave sagen w\u00fcrde. An meiner Aussprache muss ich nat\u00fcrlich auch noch feilen &#8211; aber ich kann jetzt h\u00f6ren, wie es richtig klingt. Und verstehe Korrekturen meiner Kollegen.<\/p>\n<p>Und wenn es auf Englisch richtig fl\u00fcssig l\u00e4uft, lerne ich wieder Franz\u00f6sisch. Diese Sprache mag ich n\u00e4mlich besonders gerne, auch wenn ich sie nur wenige Jahre in der Schule gelernt habe und nur \u00fcber einen recht kleinen Grundwortschatz verf\u00fcge. Aber daran kann ich arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit gestern arbeite ich in einem neuen Team an einem neuen Projekt f\u00fcr meinen Arbeitgeber SAP. Ich werde h\u00e4ufig in verschiedenen Projekten eingesetzt und bin als User Experience Designer dabei daf\u00fcr zust\u00e4ndig, dass die Software, die f\u00fcr den Kunden gebaut wird, verstanden wird und optimal zu bedienen ist. 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