{"id":384,"date":"2018-08-28T13:11:25","date_gmt":"2018-08-28T11:11:25","guid":{"rendered":"http:\/\/implantastisch.de\/?p=384"},"modified":"2018-09-21T15:25:08","modified_gmt":"2018-09-21T13:25:08","slug":"tag-26-cinema-paradiso","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/implantastisch.de\/?p=384","title":{"rendered":"Tag 26 &#8211; Cinema Paradiso"},"content":{"rendered":"<p>Heute habe ich zum ersten Mal seit fast zwei Monaten wieder Sport getrieben. Vor der Implantation hatte ich keine Zeit, weil ich vier Wochen unterwegs war: Eine Woche beruflich in Walldorf und dann drei Wochen urlaubsbedingt auf Korsika.\u00a0Seit der Implantation am 1. August habe ich eigentlich gar keinen Sport\u00a0 mehr gemacht &#8211; und das fehlt mir sehr. Ich spiele leidenschaftlich gerne Tennis im hiesigen Dorfverein &#8211; wenn es beruflich m\u00f6glich ist, drei- bis viermal die Woche. Nebenbei spiele ich auch noch gelegentlich Tischtennis im Verein; Tennis hat allerdings Vorrang.<\/p>\n<p>In den letzten Wochen juckte die Narbe noch etwas beim Schwitzen; dieses Problem ist mittlerweile Vergangenheit. Also ging es mit H\u00f6rimplantat und Soundprozessor auf den Tennisplatz. Damit Spule und Soundprozessor nicht herunterfallen trug ich ein atmungsaktives Basecap und, nachdem dies durchgeschwitzt war, ein Bandana, das die Feuchtigkeit gut vom Soundprozessor fernh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Es ist sehr spannend zu h\u00f6ren, wie unterschiedlich es klingt, wenn der Tennisball auf den Boden oder auf die Schl\u00e4gerbesaitung trifft &#8211; das h\u00f6rte sich vorher alles gleich an. Das Spielen mit Geh\u00f6r scheint mir etwas einfacher, weil man einfach mehr Feedback bekommt und man ein noch besseres Gef\u00fchl f\u00fcr das Timing beim Ausholen bekommt. Konditionell bin ich heute nat\u00fcrlich nicht in Topform. Die \u00fcbersch\u00fcssigen Pfunde, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben, m\u00fcssen erst einmal wieder abgebaut werden. Trotzdem klappt alles prima: Ich habe keine Probleme mit der Narbe oder dem Gleichgewicht und finde meinen gewohnten Schlagrhythmus schnell wieder. Auch mein Tennispartner ist froh, dass ich wieder am Ball bin und wir freuen uns auf die n\u00e4chsten Sessions.<\/p>\n<p>Am Abend werde ich \u00fcber Facebook auf einen deutschen Film aufmerksam, der gerade in den Kinos l\u00e4uft: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YWJgJH5czm4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">303<\/a>. Ich seid meiner Kindheit immer schon sehr gerne ins Kino gegangen. Mein erster Kinofilm war B<em>ernhard &amp; Bianca &#8211; die M\u00e4usepolizei<\/em> und der zweite <em>Kampfstern Galactica,\u00a0<\/em>\u00a0den ich mit meinem \u00e4lteren Bruder angeschaut habe. Dieser Film war der Beginn einer bis heute andauernden Liebe zu Science-Fiction und Weltraumabenteuern &#8211; nicht nur im Kino, sondern auch in der Literatur. <em>Star Wars<\/em> kam wenig sp\u00e4ter in die Kinos und ich habe den ersten Teil damals bestimmt 10 mal vom gesparten Taschengeld gesehen. Auch heute noch bin ich ein gro\u00dfer Star Wars Fan, gehe in jeden neuen Kinofilm und sammele begeistert Star Wars Lego-Raumschiffe. Ein bi\u00dfchen Kind sollte man immer bleiben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Internatszeit war wir am Wochenende oft mit Freunden in einem Essener Programmkino, das es leider schon lange nicht mehr gibt und in dem am Wochenende Filmn\u00e4chte liefen &#8211; 3 Filme hintereinander ab Mitternacht. Krimi-Filmnacht, Kiffer-Filmacht &#8211; wir haben damals kaum eine Filmnacht ausgelassen und hatten sehr viel Spa\u00df. <a href=\"http:\/\/tschok.de\/texte\/kultur\/lord_of_the_rings\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vor 14 Jahren habe ich das wiederholt<\/a> &#8211; im Hamburger <a href=\"https:\/\/abaton.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abaton<\/a>, einem meiner Lieblings-Programmkinos, liefen damals alle drei <em>Herr der Ringe<\/em> Filme nacheinander in der Originalfassung mit Untertiteln. Den ersten und den zweiten Teil hatte ich nicht im Kino gesehen, weil ich die B\u00fccher von J.R.R. Tolkien als Jugendlicher gelesen hatte und sehr mag. Ich gehe generell ungern in Literaturverfilmungen, wenn ich die B\u00fccher gelesen habe. Der dritte Teil lief damals im Kino und nachdem ich im Vorprogramm eines anderen\u00a0Filmes den Trailer dazu gesehen hatte, wollte ich diese Filme unbedingt sehen &#8211; das hatte mich visuell umgehauen. Also sa\u00df ich von mittags bis sp\u00e4tabends mit ordentlich Verpflegung im Kino &#8211; es waren etwa 11 Stunden &#8211; und geno\u00df jede Minute. Nur der Kulturschock, als ich Abends wieder im Hamburger Univiertel auf der Stra\u00dfe stand, war heftig.<\/p>\n<p>Neben Blockbustern und Actionkino schaue ich generell sehr gerne anspruchsvollere Independent-Filme &#8211; also kleinere Produktionen wie zum Beispiel Filme von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Jarmusch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jim Jarmusch<\/a> oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aki_Kaurism%C3%A4ki\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aki Kaurism\u00e4ki<\/a>. Ich gehe eigentlich am liebsten ins Programmkino, weil dort h\u00e4ufig Filme in der Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln laufen. Das war f\u00fcr mich bislang die einzige M\u00f6glichkeit, einen Film komplett zu verstehen. Bei Blockbustern lese ich die Inhaltsangabe vorher. Nat\u00fcrlich ist es etwas bl\u00f6d, wenn man am Anfang das Ende schon kennt, aber die Handlung nicht mitzubekommen ist auch nicht so toll. Die meisten Blockbuster versteht man \u00fcbrigens auch ohne Dialoge ganz gut. Manche sind ohne Dialoge sogar besser &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Highlander_%E2%80%93_Es_kann_nur_einen_geben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Highlander<\/a> habe ich geliebt, bis ich ihn das erste Mal mit Untertiteln sah. Das, was ich mir bei den Gespr\u00e4chen innerlich vorstellte, war um L\u00e4ngen besser als das Gelaber, das tats\u00e4chlich im Drehbuch steht.<\/p>\n<p>Kom\u00f6dien schaue ich eigentlich gar nicht im Kino &#8211; nicht weil ich ungern lache, im Gegenteil, aber die Witze werden fast immer \u00fcber Sprache vermittelt und es ist ein bl\u00f6des Gef\u00fchl, wenn man die Pointen nicht mitbekommt und das ganze Kino lacht. Auch Dramen oder Liebesfilme schaue ich deshalb eher selten und wenn, dann nur auf Blu-Ray oder Netflix mit Untertiteln. Deutsche Filme schaue ich ebenfalls nicht im Kino, weil es hier keine Untertitel gibt. <em>303<\/em> werde ich mir nach der Feinanpassung im Kino anschauen. Zwar wird in diesem Film viel gesprochen, aber man sieht die Protagonisten \u00fcberwiegend von vorne, so dass ich recht viel Unterst\u00fctzung durch das Lippenablesen habe. Und ich habe mich beim Anschauen des Trailers einfach in diesen Film verliebt.<\/p>\n<p>Noch etwas Erw\u00e4hnenswertes: Meine ErstBesteH\u00e4lfte sa\u00df heute Abend mit zwei Freundinnen bei Kerzenlicht drau\u00dfen. Ich habe mich ein paar Minuten dazugesetzt und konnte dem Gespr\u00e4ch im Dunkeln zwar nicht folgen, aber verstand immer wieder einzelne W\u00f6rter und auch S\u00e4tze. Ohne Mundbild.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YWJgJH5czm4\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute habe ich zum ersten Mal seit fast zwei Monaten wieder Sport getrieben. Vor der Implantation hatte ich keine Zeit, weil ich vier Wochen unterwegs war: Eine Woche beruflich in Walldorf und dann drei Wochen urlaubsbedingt auf Korsika.\u00a0Seit der Implantation am 1. 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