{"id":1000,"date":"2019-06-21T02:07:00","date_gmt":"2019-06-21T00:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/implantastisch.de\/?p=1000"},"modified":"2019-08-04T22:27:02","modified_gmt":"2019-08-04T20:27:02","slug":"tag-323-261-hurricane-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/implantastisch.de\/?p=1000","title":{"rendered":"Tag 323\/261 &#8211; Hurricane, Freitag"},"content":{"rendered":"\n<p>An diesem Wochenende findet in meinem Heimatort das allj\u00e4hrliche <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Hurricane-Festival (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.hurricane.de\/\" target=\"_blank\">Hurricane-Festival<\/a> statt &#8211; mit knapp 70.000 Besuchern eins der gr\u00f6\u00dften Open-Air-Musikfestivals in Norddeutschland. Das Festivalgel\u00e4nde, der Eichenring, ist nur wenige Kilometer von der Ortschaft entfernt. Normalerweise finden hier Sandbahnrennen statt; einmal im Jahr wird allerdings der Ausnahmezustand ausgerufen, wenn Tausende von Jugendlichen und Erwachsenen nach Schee\u00dfel pilgern und auf den umliegenden Camping-Wiesen und auf dem Festivalgel\u00e4nde drei Tage lang Party machen und bis zu 100 Bands auf drei B\u00fchnen feiern. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich war bislang zweimal dort &#8211; 2012 mit meiner ErstBestenH\u00e4lfte. Es war ein wundervolles Wochenende und insbesondere die Auftritte von <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"The Cure (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.thecure.com\/\" target=\"_blank\">The Cure<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"New Order (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.neworder.com\/\" target=\"_blank\">New Order<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Katzenjammer (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.katzenjammer.com\/\" target=\"_blank\">Katzenjammer<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Kakkmaddafakka (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.kmfband.com\/\" target=\"_blank\">Kakkmaddafakka<\/a> sind mir unvergesslich geblieben. 2017 besuchte ich das Festival mit Junior, der damals 13 Jahre alt und schon sehr musikinteressiert war.  Und dies war das vielleicht beste Festival aller Zeiten: Mit <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Blink 182 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.blink182.com\/\" target=\"_blank\">Blink 182<\/a>, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Green Day (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.greenday.com\/\" target=\"_blank\">Green Day<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Linkin Park (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.linkinpark.com\/\" target=\"_blank\">Linkin Park<\/a>, die in Schee\u00dfel eins ihrer letzten Konzerte in Deutschland gaben, bevor sich ihr Leads\u00e4nger Chester Bennington das Leben nahm, waren drei meiner absoluten Lieblingsbands vor Ort. Wir waren bei allen drei Konzerten im vorderen Front-Stage-Bereich, also ganz nah an der B\u00fchne, und nicht nur f\u00fcr Junior I war dies ein unvergessliches Erlebnis. <\/p>\n\n\n\n<p>Das H\u00f6ren auf Festivals war mit H\u00f6rger\u00e4ten immer schwierig. Nat\u00fcrlich ist die Lautst\u00e4rke hoch genug, um die Musik zu H\u00d6REN, aber meine H\u00f6rger\u00e4te waren nat\u00fcrlich stark darauf ausgerichtet, Sprache zu verstehen und St\u00f6rger\u00e4usche zu unterdr\u00fccken &#8211; wie zum Beispiel ein Schlagzeug. Hohe T\u00f6ne habe ich auch mit H\u00f6rger\u00e4ten nicht geh\u00f6rt. Wahrgenommen habe ich die Beats, den Bass und meistens hat es eine Minute gedauert, bis ich einen Song erkannt habe &#8211; manchmal auch gar nicht. Die Klangqualit\u00e4t war einfach enorm schlecht, aber dennoch bin ich gern auf Konzerte gegangen, habe die Atmosph\u00e4re genossen und versucht, so viel wie m\u00f6glich akustisch aufzuschnappen. Ich war es nicht anders gewohnt und habe versucht, einfach das Beste aus meinen M\u00f6glichkeiten zu machen. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/implantastisch.de\/?p=1002\">Der erste Test auf einem Open-Air vor wenigen Tagen<\/a> verlief sehr positiv &#8211; in ausreichend Entfernung zu den Lautsprecherboxen konnte ich die Musik hervorragend h\u00f6ren. Ich bin gespannt, wie das auf dem Hurricane-Festival funktioniert. Hier wird es um Einiges lauter sein als auf dem kleinen H\u00f6pen-Air in Schneverdingen und ich habe ein wenig Angst, dass die Musik auch in etwas Entfernung von der B\u00fchne Verzerrungen hervorrufen wird. Ich habe lange \u00fcberlegt, wie ich den lauten Schall etwas d\u00e4mpfen kann &#8211; zum Beispiel indem ich die Mikrofonabdeckungen mit Filz oder einem St\u00fcck Stoff beklebe. Letztendlich ist die Angst davor, den Soundprozessor zu besch\u00e4digen, zu gro\u00df. Ich nehme stattdessen eine Bandana, ein Sport-Kopftuch wie es Tennisspieler manchmal tragen, und ein Beanie &#8211; eine d\u00fcnne Stoffm\u00fctze &#8211; mit zum Festivalgel\u00e4nde. Ich hoffe, dass beide Teile ausreichen, um den Schall etwas zu d\u00e4mpfen &#8211; und die Prozessoren au\u00dferdem vor Spritzwasser oder Bier, das gelegentlich in die Menge geschleudert wird, sch\u00fctzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Freitag nachmittag geht es dann los &#8211; ich fahre mit Junior II zum Bahnhof, von dort aus laufen wir etwa drei Kilometer zum Festivalgel\u00e4nde und dann sind wir mitten im Get\u00fcmmel. Das Wetter ist fantastisch, was eher \u00fcberraschend ist, denn das Hurricane-Festival macht seinem Namen meistens alle Ehre &#8211; Regen, Gewitter und Unwetter geh\u00f6ren normalerweise fest zum Programm. Dieses Jahr wird es \u00fcber die gesamten drei Tage lang trocken bleiben &#8211; und teilweise richtig hei\u00df. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich kenne relativ wenig Bands, die dieses Jahr auftreten. Die Toten Hosen sind nat\u00fcrlich gesetzt, ebenso wie The Cure und die Foo Fighters, die am Sonntag Abend als Hauptact auf der B\u00fchne stehen werden. Allerdings habe ich mir in den letzten Tagen einiges der auftretenden Bands angeh\u00f6rt und unser Spielplan ist gut gef\u00fcllt. Dazwischen wollen wir uns einfach \u00fcberraschen lassen. Das ist das Sch\u00f6ne an Festivals: Man h\u00f6rt auch mal andere Musik und entdeckt mitunter K\u00fcnstler, die man vorher gar nicht auf dem Programm hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Band, die wir uns anh\u00f6ren wollen, ist eine linke Pop-Band namens <a href=\"https:\/\/www.betontod.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Betontod (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Betontod<\/a>. Wir haben gute Pl\u00e4tze, etwa 20 Meter hinter der B\u00fchne, direkt vor der Sicherheitsabsperrung zum Front Stage-Bereich und ich bin sehr gespannt, ob meine elektronischen Ohren gut mitmachen und wie weit oder nah ich von der B\u00fchne stehen muss, um keine akustischen Verzerrungen wahrzunehmen. Bei den ersten drei Songs experimentiere ich wieder viel mit meiner Fernbedienung, bis ich eine Einstellung gefunden habe, die wirklich gut klingt. Zusammen mit dem Beanie auf dem Kopf ist der Sound: Fantastisch! Es klingt total klasse, keine Verzerrungen, ich h\u00f6re die Instrumente heraus, verstehe die Texte teilweise und kann das erste Konzert ohne jegliche Einschr\u00e4nkungen genie\u00dfen. So ein Wahnsinn &#8211; damit habe ich, mal wieder, nicht gerechnet. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Auftritt von Betontod ist super &#8211; auch Junior II hat sehr viel Spa\u00df, das Publikum tobt und anschlie\u00dfend holen wir uns erst einmal frisches Wasser, einen kleinen Snack und beobachten aus der Ferne, wie das B\u00fchnenbild f\u00fcr die n\u00e4chste Band namens <a href=\"https:\/\/www.entershikari.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Enter Shikari (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Enter Shikari<\/a> aufgebaut wird. Den Namen habe ich noch nie geh\u00f6rt und auch Junior II kennt sie nicht &#8211; irgendwie zieht uns das B\u00fchnenoutfit, das im Stil der 60er Jahre gehalten ist, aber magisch an und wir stellen uns wieder an die Absperrung, an der wir vorher auch standen. Und auch dieses Konzert ist genial. Die Musik ist recht hart &#8211; ein wenig Punk, ein wenig Postcore, ein wenig Metal &#8211; aber die Show ist wirklich genial, der Frontman gibt einfach alles, der Sound ist fantastisch und wir haben sehr viel Spa\u00df. <\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend tritt <a href=\"https:\/\/www.paparoach.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Papa Roach (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Papa Roach<\/a> auf &#8211; die kenne ich bereits und m\u00f6chte sie unbedingt h\u00f6ren. Wir bleiben als direkt an unserem sehr guten Platz, und auch dieses Konzert ist einfach nur genial &#8211; tolle Musik, das Publikum ist kurz vorm Ausflippen und ich k\u00f6nnte mir die Jungs noch stundenlang anh\u00f6ren. Allerdings habe hier erste Probleme mit meinen Soundprozessoren, die zu feucht geworden sind. Obwohl mein Kopftuch sehr d\u00fcnn und luftdurchl\u00e4ssig ist, staut sich darunter die W\u00e4rme und Feuchtigkeit des Schwei\u00dfes, der mir \u00fcber den Kopf l\u00e4uft &#8211; bei knapp 30 Grad inmitten einer h\u00fcpfenden Menschenmenge auch kein Wunder &#8211; und die Prozessoren setzen alle 10 Minuten aus. Auch das Beanie bringt keine Besserung. Mir bleibt nichts anders \u00fcbrig, als die Kopfbedeckung komplett abzunehmen und zu hoffen, dass mir kein Bierbecher gegen den Kopf und die Ohren fliegt. Die Sonne trocknet die Ger\u00e4te schneller als gedacht und ich kann immerhin den weitaus gr\u00f6\u00dften Teil des Konzertes mit beiden Ohren genie\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Sehr genie\u00dfe ich auch die Gespr\u00e4che mit den Menschen um uns herum. Ich werde oft wegen meiner Implantate angesprochen, aber auch einfach so und lerne ein paar richtig nette Leute jeden Alters kennen. Die Stimmung beim Hurricane war schon immer sehr entspannt und man findet sehr schnell Kontakt zu anderen Besuchern. Bei meinen fr\u00fcheren Besuchen habe ich mir das immer etwas verkniffen, weil ich einfach zu schlecht verstanden habe. Auch mit der Security, die im abgesperrten Sicherheitsdurchgang vor uns steht, habe ich einige nette Gespr\u00e4che. Das macht richtig Spa\u00df! <\/p>\n\n\n\n<p>Auch der n\u00e4chste Auftritt &#8211; eine australische Death Metal Band namens <a href=\"https:\/\/parkwaydriverock.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Parkway Drive (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Parkway Drive<\/a>, die ich auch noch nicht kannte &#8211; ist bombastisch und im Nachhinein eins der besten Live-Konzerte, die ich je gesehen habe. Eine grandiose B\u00fchnenshow, tolle Musik, teilweise gemischt mit klassischen Instrumenten, und dazu h\u00f6re ich diesmal ohne Aussetzer, weil es langsam auch dunkel und etwas k\u00fchler wird &#8211; was f\u00fcr ein Erlebnis. Die Stunde Spielzeit geht viel zu schnell um und danach dr\u00f6hnen unsere Ohren ein wenig, aber Junior II und ich sind restlos begeistert. <\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter am Abend schauen wir uns dann noch die Toten Hosen an, die wir beide sehr gern m\u00f6gen und auch dieses Konzert ist klasse. Parkway Drive war heute aber nicht zu toppen. Und dann geht es m\u00fcde, aber sehr gl\u00fccklich nach Hause. Ich freue mich wahnsinnig auf die n\u00e4chsten beiden Tage und \u00fcberhaupt auf jedes kommende Festival &#8211; dass dies mit dem H\u00f6ren so gut klappt, habe ich wirklich nicht erwartet. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Wochenende findet in meinem Heimatort das allj\u00e4hrliche Hurricane-Festival statt &#8211; mit knapp 70.000 Besuchern eins der gr\u00f6\u00dften Open-Air-Musikfestivals in Norddeutschland. Das Festivalgel\u00e4nde, der Eichenring, ist nur wenige Kilometer von der Ortschaft entfernt. 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